Seelenwanderung

Hildesheimer Allgemeine 2016 07 05

Hildesheimer Allgemeine Zeitung am 05. Juli 2016

Ich fliege nicht. Kategorisch. Erstens macht es für mich aus Umweltschutzgründen keinen Sinn, zweitens habe ich Höhen-/Flugangst ab ca. 1m Höhe und drittens – und das ist vielleicht der wichtigste Punkt – soll man nur so schnell Reisen, wie die Seele hinterherkommen kann.
Bei meinem Reisetempo kann mir meine Seele immer gut und sicher folgen. Nun ist sie angekommen, im HEIMATHAVEN als Projektleiter und in der KULTURFABRIK LÖSEKE als Geschäftsleitung. Das findet auch die hiesige Tageszeitung gut. Ich auch!

Licht aus, Teil II

Als ich im Oktober letzten Jahres diesen Artikel über den Verlust meines Augenlichtes schrieb, hatte ich nicht gedacht jemals eine Fortsetzung zu schreiben.
Tja, aber vor sechs Wochen hielt das Spiel des Lebens wieder eine Ereigniskarte für mich bereit! Diesmal konnte ich auf meine Erfahrung des letzten Netzhautverlustes zurückgreifen und bemerkte die Symptome recht früh. Also ab zum Augenarzt, natürlich ohne Termin, und Druck am Empfang ausüben. Der Arzt schaute sich mein Auge mit seinem Auge an und konnte nichts Auffälliges feststellen. Mh. Teils beruhigt, teils beunruhigt fuhr ich wieder Heim. Einbildung? Sehe ich schwarze Geister?
Eine Woche später kam mir mein Sehfeld immer noch recht verdächtig vor. Diesmal bin ich zu einem anderen Augenarzt gegangen. Nach der Schilderung meiner Symptome bin ich direkt durchgewinkt worden und ab zum Arzt. Klare Diagnose: Beginnende Netzhautablösung! Bitte begeben Sie sich direkt ins Krankenhaus, fahren Sie nicht über Los, ziehen Sie sich nichts mehr rein.
Diesmal ist mein rechtes Auge betroffen. Meine Frau und ich also gleich zum Krankenhaus  – Notaufnahme. Weiterlesen

Warum denkt Clueso, seine Fans würden Reggae-Musik mögen?

CluesenlandNeulich habe ich online auf eins|plus das Konzert von Clueso bei Rock Am Ring 2015 gesehen. Ich mag Clueso. Besonders seine Platte So Sehr dabei und die darauffolgende Live-Version dieser Platte. Tolle Band, sehr eingespielt und groovig. Die Platte danach klang für mich zu sehr nach der Suche auf irgendwas. Ein paar schöne Stücke gibt es nun wieder auf der aktuellen Veröffentlichung Stadtrandlichter.
Doch was macht Clueso dort bei #RAR2015, wie Rock Am Ring als Hashtag unter den sozialen Netzwerken läuft? Er spielt gefühlt jeden Song in einem Reggae-Style. Äh? Was soll das? Clueso hat HipHop gemacht, Rock & Elektro. Warum jetzt Reggae? Es spricht ja nichts dagegen live auch mal eine andere Version eines Songs zu spielen. Aber Reggae? Und dann so viele, eigentlich gute Hits, in diesem Genre? Verstehe ich nicht, wozu das gut sein soll.
Das Publikum musste außerdem bei seiner Performanz auch fast immer etwas machen. So rief Clueso:“Hej Rock Am Ring, bei diesem Song müsst ihr mal nichts machen. Außer groovig Tanzen.“ Oder:“Der nächste Song ist für Euch und ihr müsst einfach nur Tanzen oder eure Hände zeigen.“
Geht so Sommer? Wird so #RAR2015 gerockt? Kleiner Tipp von meiner Seite: Reggae rockt gar nicht! Soll er auch nicht. Sonst wär´s ja kein Reggae.
Was ich im Sommer so mache? Ich finde es prima wenn die Sonne scheint, die Vögel Weiterlesen

Apfelernte

hellomacMeine erste Berührung mit einem Produkt der Firma Apple hatte ich mit 17 Jahren während eines Betriebspraktikums mit einem Macintosh SE. Dann habe ich die Geräte lange Zeit aus den Augen verloren und die Entwicklung nur am Rande verfolgt. Den ersten, farbigen iMac fand ich von der Idee her wieder klasse: Endlich mal keine graue Kiste!
Richtig infiziert wurde ich dann mit dem Start des iPhone3G. Ein traumhaftes Produkt! Dieser fantastische Touchscreen, das gestochen scharfe Display aber vor allem die Bedienung. Sie war kinderleicht. Das hat mich total und grenzenlos begeistert: Wenige Funktionen, kaum Optionen und alles leicht verständlich, eigentlich selbsterklärend. Einfach das perfekte Produkt.
OK, das iPhone4 habe ich mir dann natürlich wegen der besseren Kamera gekauft. Klar. Ansonsten blieb ja fast alles gleich. iOS4.x.x lief weiterhin tadellos.
Doch mit jedem neuen Betriebssystem kamen dann auch neue Funktionen. Mittlerweile ist Apple bei iOS8 angelangt. Läuft nur noch auf den „neueren“ Telefonen.
Weil die Kamera mittlerweile in Full HD aufnimmt und auch die Audioaufnahmen sehr gut sind, bin ich seit Kurzem beim iPhone6 gelandet. Das iPhone5 habe ich übersprungen. Das hat mein Sohn und natürlich kann es nicht sein, dass mein Sohn ein neueres Produkt hat als ich. Das ist ja klar.
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Umzüge

UmzügeIch bin in meinem Leben bereits 16 mal umgezogen. Dabei habe ich eine Distanz von 1231,9 km zurückgelegt. Würde man die Strecke an einem Tag abfahren wollen, bräuchte man 16 Stunden und 11 Minuten dafür. Ich habe für die Route allerdings 23 Jahre gebraucht. Die Gründe für die vielen Umzüge waren stets die klassischen Themen: Arbeit & Liebe. Warum sollte man sonst noch umziehen? Aus Interesse an einem Ort!
So kam ich Ende 1992 nach Norderney: Das Kreiswehrersatzamt räumte den angehenden Kriegsdienstverweigerern die Möglichkeit ein, ihren Zivildienst an einem Ort ihrer Wahl auszuüben. So zog es mich an die Nordseeküste. Zivi in der hiesigen Jugendherberge. Sonne, Strand, Meer – für mich eine durchaus akzeptable Alternative zu Stubendienst und Schlammrobben bei der Bundeswehr.
Danach ging ich über Umwege (Bielefeld!) nach Bremen. Ich wollte Stadtmusikant werden. Ha! Nein – Schreiner wollte ich werden. Ein Holzwurm! Bremen gefiel mir durch frühere Besuche sehr und ich fand es spannender dort eine Ausbildung zu machen, als in meiner ostwestfälischen Heimat. In Bremen bin ich innerhalb von 2,5 Jahren 5 mal umgezogen! Also quasi jedes halbe Jahr. Verschiedene Wohngemeinschaften, ähnlicher Wahnsinn mit teilweise Wahnsinnigen zwangen mich dazu.
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Gute Nachrichten

WappenBei all den schlechten und noch schlechteren Nachrichten in den Medien, im Freundeskreis und auf der Arbeit, habe ich ausnahmsweise mal gute Nachrichten: Es ist nicht alles schlecht!
Aufgrund meiner angestrebten Selbstständigkeit hatte ich neulich Kontakt zur Hildesheimer Wirtschaftsförderung Hi-Reg. Einer Institution die es sich zur Aufgabe macht, die Region zu Stärken. Dort wurde ich umfassend, nett und kompetent beraten. Mehrfach. Ohne Gegenleistung. Die Leute vor Ort haben sich für mein Vorhaben interessiert und mir gute Tipps und Ratschläge gegeben. Das fand ich prima.
Dann war ich bei der Sparkasse, Finanzberatung für Geschäftskunden. Ich traf auf einen sehr netten, hilfsbereiten Finanzberater. Auch er hat sich Zeit genommen und ist alles nochmal mit mir durchgegangen. Die Sparkasse hat mir dann sehr zügig, innerhalb von 5 Werktagen, einen Kredit bewilligt, dessen Höhe und Bewilligungswahrscheinlichkeit ich niemals für möglich gehalten hätte.
Auch meine Besuche bei der Agentur für Arbeit waren durchweg positiv: Freundliche und unkomplizierte Beratungsgespräche, hilfsbereite und verständnisvolle Menschen. Ebenso bei der Stadt Hildesheim, Gewerbeamt und unserem Finanzamt. Alle verblüffend freundlich und unkompliziert. Als ob sich 2015 alle abgesprochen hätten, nicht mehr so doof zu sein! Ich bin zufrieden.
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Musik des Jahres

In diesem Jahr hat mich wie immer viel Musik begleitet. Ein paar Platten sind hängen geblieben und verdienen hier besondere Erwähnung in loser Reihenfolge.

Tom Petty – Hypnotic Eye
An dieser Platte gefällt mir besonders der Sound. Er klingt so verdammt abgehangen und cool. Da ist eine Aussage in diesem Sound, die da lautet: Macht ihr ruhig alles schön fett da in den Charts, dass hat nichts mit uns zu tun!

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Licht aus

Neulich ging bei mir das Licht aus. An einem Morgen im August konnte ich plötzlich mit meinem linken Auge nichts mehr sehen. Herzrasen, Atemnot und Panik. Meine Frau war schon aus dem Haus und ich griff zum Telefon um meinen Augenarzt anzurufen. Der war allerdings im Urlaub und sein Anrufbeantworter verwies auf seine Vertretung in Notfällen. Die Sprechstundenhilfe seiner Vertretung fragte mich als Erstes, ob ich denn auch ein Notfall sei. „Ich denke schon.“, erwiderte ich. „Da ich nämlich auf meinem linken Auge nichts mehr sehen kann.“
„Wie lange haben Sie das schon?“, fragte die Dame am Apparat.
„Seit heute Morgen.“, antwortete ich.
„Und ist es denn wirklich dringend? Wir sind nämlich schon sehr voll in der Praxis.“, vergewisserte sie sich.
„Ja, ich denke es ist dringend.“, bestätigte ich. „Denn ich kann auf meinem linken Auge nichts mehr sehen. Wenn Sie verstehen was ich meine. Und mit nichts mehr sehen meine ich, ich KANN NICHTS MEHR SEHEN. Was wäre denn Ihrer Meinung nach dringend?“
„Na gut, als wenn Sie meinen das es dringend ist, kommen Sie halt in die Sprechstunde. Aber Sie müssen mit einer langen Wartezeit rechnen, da wir wirklich sehr voll sind.“, hatte die junge Dame endlich ein Einsehen mit meiner Befindlichkeit.
Nun gut, der Augenarztbesuch nahm seinen weiteren Verlauf, ich wurde ungehalten am Empfangstresen und ausnahmsweise vor gelassen.
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Musiker sein

wena UprightBei der Frage, was einen guten Musiker ausmacht gibt es verschiedene, individuelle Ansprüche zu berücksichtigen. Ihr kennt sicher alle folgende Situationen aus dem Proberaum: Der Sologitarrist hat sich ein neues Effektgerät zugelegt und probiert erstmal die Möglichkeiten des Gainreglers aus. Oder der E-Bassist prüft die Funktion und Lautstärke seines Bass-Stacks durch schnelle Slaplicks, obwohl er in eurer Band bei keinem einzigen Lied slapt. In den Pausen zwischen den Lieder trommelt der Schlagzeuger immer wieder irgendwelche Läufe und Beats die weder mit dem gerade gespielten Song noch mit dem nächsten Song etwas zu tun haben. Kurz: Die Probe ist wie immer!
ABER – muss das so sein? Ist dieses Vorgehen songdienlich und bringt es die Band, die Probe voran? Da wären wir beim Anspruch: Ich gehe in meinen weiteren Ausführungen davon aus, dass wir Musik machen mit dem Ziel einen guten Song abzuliefern und das Publikum zu unterhalten. Es gibt sicherlich verschiedene Gründe, warum man Musik macht und welchen persönlichen und emotionalen Anspruch man dabei hat. Ich habe sogar schon von Leuten gehört, die Musik machen um damit Geld zu verdienen.
In dieser Folge soll es jedoch darum gehen, was einen guten Musiker in einer Live-Band ausmacht, die vor Publikum spielen möchte und im günstigsten Fall dabei erfolgreich sein will.
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Sternenkreuzer

W115Ich habe mich eigentlich nie bewußt für Autos interessiert. Dennoch sitzt meine Erinnerung tief, wie ich als Kind mit unserem Mercedes Benz 200D groß geworden bin. Gelb mit schwarzen Möbeln. Das war schon ein prima Wagen, mit Vorglühen und einem Zughebel zum Starten. Heute weiß ich, es war die Baureihe W115. Mein Vater hat alles an ihm selbst repariert, oft lag er nach Feierabend unterm Auto vor unserer Garage und schraubte an dem Benz. Was da immer kaputt war kann ich gar nicht sagen. Vielleicht war es einfach der Rost. Wer weiß.
Einen Führerschein wollte ich auf gar keinen Fall machen. Das haben ja mit 18 alle gemacht und mir war nie danach etwas wie alle zu machen. Außerdem lehnte ich Autofahren aus umweltgründen ab, mit Friedenstaube und Stop-Nazi-Aufkleber auf meinem Samsonite Koffer. Naja, meine Eltern haben mich dann einfach angemeldet und im zweiten Anlauf bekam ich den Lappen.
Mein erster Wagen war ein Golf. Das war mit Mitte 20. Heute spricht man rückblickend von Golf I. Silber, 2 Türen – hatten meine Eltern für mich gekauft. Damit konnte ich zur Weiterlesen