Schwarze Berge & Allgäu

Mit meinem Mobiltelefon war ich neulich im Allgäu unterwegs. Das Allgäu ist eine Landschaft und geografische Teilregion Oberschwabens, die sich über den südlichen Teil des bayerischen Regierungsbezirks Schwaben, den südöstlichsten Teil des Landkreises Ravensburg in Baden-Württemberg sowie einige zu Österreich gehörende Grenzgebiete wie das Kleinwalsertal erstreckt.

Wir sind gewandert und haben Eindrücke gewonnen.
Davor habe ich noch eingesperrte Tiere in Hamburg fotografiert.

Hasi

HasiHeute ist Hasi umgezogen. Hasi wohnt seit 8 Jahren bei uns. Er hat in dieser Zeit viel mitgemacht, dass sieht man ihm deutlich an. Und wir haben in dieser Zeit viel erlebt mit Hasi. Hasi ist ein Stoffhase und zugleich eine Zeitkapsel, in der wir zurückblicken können auf 8 vergangene Jahre.
Nachdem Mika ein paar Wochen auf der Welt war, hat er dieses Kuscheltier, bestehend aus einem Frotteetuch mit aufgesetztem Hasenkopf und einer Knisterkarotte in den Händen, geschenkt bekommen. Seitdem ist Hasi immer mit dabei gewesen. Waren die Nächte auch noch so unruhig und die nächtlichen Wanderungen ins elterliche Bett schnellstmöglich hinter sich zu bringen: Hasi mußte immer mit. Dafür war noch Zeit. Meist klemmte er bei Mika unter dem Arm, wenn er schlaftrunken und augenreibend zu uns ins Bett kroch oder Morgens in die Küche tapste.
Auf jeder Reise war er mit dabei. Die Rückfahrt von den Großeltern mußte er meistens in einem Postpaket verbringen, weil er vor der Abreise leider nicht auffindbar war. Die Nächte ohne Hasi waren sehr schwer, ein Einschlafen ohne das geliebte Stofftier schien oft aussichstlos.
Mit der Zeit bekam er Risse, der Stoff rieb sich glatt. Er wurde genäht und gepflastert. Vor ein paar Jahren bekam er ein neues Kleid aus Eulenstoff, der originale Stoff hatte sich in Streifen aufgelöst.
Für Mika war Hasi der treueste Begleiter. Nun sollte er heute auf seinen Wunsch mit seinen anderen Kuscheltieren in einem blauen Müllsack auf den Dachboden ziehen.
Das habe ich nicht über´s Herz gebracht. Vorerst sitzt Hasi nun im Wohnzimmerregal und wartet die weitere Entwicklung ab.

 

Lass uns mal abhauen

KassettenrekorderZu meinem letzten Beitrag erreichten mich zahlreiche Zuschriften. Mein Zitat: „Da kommt Wehner. Lass uns mal abhauen.“, führte zu reger Nachfrage. War ich damals ein siedlungsbekannter Schläger vor dem man Reißaus nehmen musste?
Die Antwort lautet: Nein! 1979 war es für einen siebenjährigen Jungen das größte Ziel einen Walkman zu besitzen. Sony brachte damals diese kleinen, blauen, tragbaren Kassettenabspielgeräte mit orangenen Kopfhörerpuscheln auf den Markt. Damit ließ sich überall und zu jeder Zeit Drei Fragezeichen oder noch wilderes Zeug hören.
Mein Vater stammt aus der Generation, die wo früher nichts hatten. Insofern wurde auch generell kein Geld für Schnickschnack ausgegeben. Miete, Lebensmittel vom Aldi und einmal pro Jahr drei Wochen Dänemark inklusive palettenweise River-Orange und geschmuggeltem Karlsquell Edel-Pils aus der Dose.
ALLES andere wurde selbst gemacht: Autos repariert und lackiert (wir hatten einen gelben Mercedes Strichacht der in großen Flächen gespachtelt und mit Farbe nachgepinselt wurde), Schuhe geflickt, Hosen abgenäht, eingekocht, aufgewärmt, gehortet für schlechte Zeiten und natürlich hat mein Vater auch einen eigenen Walkman hergestellt. Wozu für etwas Geld bezahlen, was wir längst im Haus hatten.
Mein Vater-Rudi-Signature-Walkmann hatte als Basis einen SL55 Automatic Weiterlesen

Süßes oder Saures

ZitronenVor unserer Tür stehen drei Grundschüler in Alltagskleidung. Sie tragen Stoffbeutel in Ihren Händen. Es ist Abend. Als ich die Tür öffne nuschelt einer Richtung Boden „Süßes oder Saures“.
Ich rufe Mika aus der Küche, ob wir Süßes oder Saures haben. Mika kommt mit einem Teller frisch aufgeschnittener Zitronen zur Tür.
„Was ist das?“, fragt ein Grundschüler. „Zitronen“, sage ich. Und dann, nachdem bei dem Jungen nichts reagiert: „Etwas Saures.“ Die Jungen nehmen also die Zitronenstücke und sind kurz davor, diese in Ihre bereits vollen Stoffbeutel zu stecken. „Die sind zum gleich essen.“, sage ich. „Ah. Sauer“, sagen die Jungs beim Weggehen.
Ob sie den Witz verstanden haben, weiß ich nicht. Wir haben den Witz jedoch noch drei mal gemacht. Mika und ich haben uns köstlich amüsiert. Es war Mikas Idee. Ich fand sie grandios!
Dieses lächerliche Halloween. Da kommen doch tatsächlich Kinder zu unserer Tür und wollen „Süßes Geld“ von uns. Nicht mal verkleidet sind die. Welche Eltern schicken die eigentlich los auf die Straße? Vermutlich sind das die Eltern, die sich insgeheim erhoffen ihre Kinder bringen Kippen mit. Naja. Bei uns gibt es an Halloween jedenfalls Zitronen.