Geht mehr auf Konzerte

Anleitung: Der Name „Hildesheim“ kann in diesem Text durch jede andere beliebige kleine Großstadt ersetzt werden, die als Erkennungsmerkmal oft eine verwaiste Shopping-Galerie mit drittklassigen Billigläden im Zentrum hat.

„Geht mehr auf Konzerte“, singen Kapelle Petra. Und das mit Recht! Liebe Menschen in dieser Stadt, ich weiß – ihr geht gerne auf Konzerte. Und ihr zahlt gerne sehr viel Geld dafür, damit es auch ein ganz besonderer Abend wird. Ihr geht gerne zu Phil Collins, kauft Karten für Rammstein, Eagles oder Kiss. Ihr schaut euch Mega-Events in Mega-Hallen in Mega-Städten an und besucht sehr gerne Konzerte von Bands die andere Bands nachspielen. Dafür zahlt ihr teilweise Ticketpreise im dreistelligen Bereich. Macht das ruhig weiterhin. Aber:
Jeden Monat finden auch in dieser Stadt viele Konzerte von vielen interessanten Bands aus dem In- und Ausland statt. Ins THAV laden Andy & Maik regelmäßig Bands ein, die einen ihrer wenigen Deutschlandstopps hier in Hildesheim machen. In der KUFA sorgt der Club VEB seit 25 Jahren jeden Mittwoch  für Konzerte mit sehr abwechslungsreichen Bands – auch hier Künstler die teilweise extra ihre Tour um Hildesheim herumbauen. Dennis & ich holen mit unserer WILD DOGS Reihe den amerikanischen Roots-Blues in diese Stadt. Das Studio bietet feinsten Soul, Jazz und Funk, der Cyclus hält ein exzellentes Programm in der Mühle parat, das LiNo bietet regelmäßig gute Konzerte an, im Vier Linden geht was und es gibt noch viele weitere Einzelkämpfer die sogar ihre Freizeit dafür opfern, ein buntes Konzertprogramm in dieser Stadt auf die Beine zu stellen. Jeden Monat haben wir dadurch ein so vielfältiges Angebot, dass ich oft gar nicht weiß, wo ich hingehen soll.
Doch ganz egal, wo ich hingehe: Ich vermisse euch! Und warum? Weil ihr scheinbar lieber 120,- € für Joe Bonamassa ausgebt und nach Hamburg fahrt. Weil ihr lieber am Tribünenende bei den Foo Fighters sitzt und die Videoleinwände abfilmt. Weil ihr hunderte Kilometer zurücklegt um zum x-ten mal eine Rockband abzufeiern, obwohl das Gute so nah liegt! Denn ihr wißt oft gar nicht, was ihr verpaßt: Hautnah in der ersten Reihe authentische Live-Bands erleben, die heiß sind und alles geben um eine gute Show zu spielen. Die Atmosphäre des kleinen Clubs. Spielfreude zum anfassen. Dafür werden Konzerte gemacht! Schaut euch das ruhig mal wieder an!  Geht das Risiko ein, eine unbekannte Band zu entdecken. Das Wagnis der neuen Töne. Gebt den womöglich zu Unrecht in Schubladen gesteckten Räumen oder Veranstaltungsformaten eine neue Chance. Gemeinsam macht das dann auch viel mehr Spaß. Ihr schont euren Geldbeutel, seit früh wieder daheim und habt gemeinsam eine gute Zeit. Vom ökologischen Fußabdruck ganz zu schweigen.
Wir alle sind für diese Stadt und ihre Kultur verantwortlich. Ohne uns geht es den Musikclubs in dieser Stadt so, wie dem Einzelhandel: Leere Läden, leere Konzerträume, kein kulturelles Angebot und ein Leben welches nur noch online und in wenigen Ballungsräumen stattfindet.
Das hat Hildesheim nicht verdient! Das haben wir nicht verdient! Geht mehr auf Konzerte.
Wir sehen uns!

Neulich im Mittelalter

Zum Schulabschluss habe ich mit meinem älteren Sohn eine Zeitreise ins Mittelalter unternommen: Rothenburg ob der Tauber ist eine mittelfränkische Kleinstadt im Landkreis Ansbach in Bayern, die an der Grenze zu Baden-Württemberg liegt. Mit seiner weitgehend erhaltenen mittelalterlichen Altstadt ist Rothenburg eine weltbekannte Sehenswürdigkeit mit vielen Baudenkmälern und Kulturgütern. Herausragend an der Altstadt ist, dass sie sehr ursprünglich wirkt, da sie praktisch keine modernistischen Brüche aufweist, von einer begehbaren Stadtbefestigung umgeben und in die weitgehend unverbaute, ursprüngliche Landschaft des Flusstals der Tauber eingebettet ist. (Wikipedia)

Seelenwanderung

Hildesheimer Allgemeine 2016 07 05

Hildesheimer Allgemeine Zeitung am 05. Juli 2016

Ich fliege nicht. Kategorisch. Erstens macht es für mich aus Umweltschutzgründen keinen Sinn, zweitens habe ich Höhen-/Flugangst ab ca. 1m Höhe und drittens – und das ist vielleicht der wichtigste Punkt – soll man nur so schnell Reisen, wie die Seele hinterherkommen kann.
Bei meinem Reisetempo kann mir meine Seele immer gut und sicher folgen. Nun ist sie angekommen, im HEIMATHAVEN als Projektleiter und in der KULTURFABRIK LÖSEKE als Geschäftsleitung. Das findet auch die hiesige Tageszeitung gut. Ich auch!